Von gedruckt zu digital: Pilotprojekt zur Packungsbeilage im stationären Bereich

Das EU-Pharmapaket ebnet den Weg für digitale Patienteninformationen. Pilotvorhaben in 14 europäischen Ländern haben gezeigt, dass im stationären Umfeld die gedruckte Packungsbeilage durch eine digitale Patienteninformation ersetzt werden kann, ohne die Versorgung zu beeinträchtigen. Beginnend im dritten Quartal 2026 wird die Übertragbarkeit dieser Ergebnisse auf die deutsche Versorgungsituation im Rahmen des diGItal-Pilotprojekts geprüft.

Das diGItal-Projekt wurde von den Herstellerverbänden Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI), Pharma Deutschland, Pro Generika und Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) initiiert und wird von deren gemeinsamem Tochterunternehmen ACS PharmaProtect umgesetzt. Es bindet Erfahrungen und Vorarbeiten von „Gebrauchsinformation 4.0“ ein. Diese bereits 2016 gestartete Initiative wird durch Verbände, pharmazeutische Unternehmen und die Rote Liste Service GmbH getragen.

Digitalisierung ist ein zentrales Ziel zur besseren Bewältigung zahlreicher Herausforderungen im deutschen Gesundheitswesen. Digitale Patienteninformationen sind ein wichtiger Digitalisierungsschritt, um Patientinnen und Patienten aktuell, schnell und durch strukturierte Darstellung besser über ihre Arzneimittel zu informieren. Das diGital-Pilotprojekt schafft dafür technische und organisatorische Voraussetzungen in Deutschland.

Mit dem Teilprojekt „Krankenhauspilot“ werden im stationären Umfeld für ausgewählte Arzneimittel teilnehmender pharmazeutischer Unternehmen gedruckte Packungsbeilagen durch digitale Patienteninformationen ersetzt. Ab dem dritten Quartal werden erste Packungen erwartet. Dann wird laufend evaluiert, wie sich die Umstellung im Stationsalltag bewährt.

Das Projekt wird mit Unterstützung der EU-Kommission, des Bundesministeriums für Gesundheit und einem zustimmenden Beschluss der Arbeitsgemeinschaft der obersten Landesgesundheitsbehörden durchgeführt.

Ein weiteres Teilprojekt macht elektronische Patienteninformationen in digitalen Angeboten teilnehmender Krankenversicherungen verfügbar. Bereits seit Dezember 2025 sind diese in rund 35 Millionen elektronischen Patientenakten von zwölf Krankenkassen aktuell abrufbar; weitere folgen in den nächsten Monaten.

Die beteiligten Verbände haben Kooperationsbereitschaft, Unterstützung und „offene Türen“ bei den Fachkreisen, Fachgesellschaften und Verbänden, Krankenkassen, pharmazeutischen Unternehmen sowie den Behörden auf EU-, Bundes- und Landesebene erlebt. Das Projekt zeigt, dass trotz schwieriger und kontroverser Debatten zur Finanzierung des Gesundheitswesens zahlreiche Stakeholder erfolgreich kooperieren und ihren Teil beitragen, um die überfällige Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens voranzubringen.

Digitale Patienteninformationen

Digitale Patienteninformationen – auch elektronische Gebrauchsinformationen oder Packungsbeilagen genannt – bieten den Nutzerinnen und Nutzern gegenüber ihren Vorläufern aus Papier etliche Vorzüge. Neben optimierten Darstellungsmöglichkeiten und Suchfunktionen zählt dazu auch, dass sie stets auf dem allerneuesten Stand sind.

Weitere Informationen

zum diGItal-Projekt (https://www.di-gi-pilot.de/)

zur Initiative „Gebrauchsinformation 4.0“ (https://www.gebrauchsinformation4-0.de/)

Pressekontakt:

Ansprechpartner:innen

BPI
Hermann Hofmann
Leiter Kommunikation
Tel. 0176 12790936
hhofmann@bpi.de

Pharma Deutschland
Hannes Hönemann
Leiter der Abt. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 0171 5618203
hoenemann@pharmadeutschland.de

Pro Generika
Anna Steinbach
Leiterin Kommunikation
Tel. 0151 40792101
steinbach@progenerika.de

vfa
Dr. Rolf Hömke
Forschungssprecher
Tel. 030 20604-204
r.hoemke@vfa.de

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