Neue AML-Aufsichtspraxis: Daten, Scoring und Governance in der Geldwäscheprävention

Neue Anforderungen an Datenqualität und Risikobewertung

Die AMLR stellt Daten in den Mittelpunkt einer wirksamen Geldwäscheprävention. Anforderungen an Customer Due Diligence (CDD), Enhanced Due Diligence (EDD), die Ermittlung wirtschaftlich Berechtigter (UBO) sowie eine konsistente Datenhaltung bilden künftig die Grundlage für regulatorisch belastbare Entscheidungen. Darüber hinaus rücken Themen wie Single Customer View, externe Datenquellen, Datenqualität und das Zusammenspiel von Datenschutz und Geldwäscheprävention stärker in den Fokus.

Parallel dazu steigen die Erwartungen an die Risikobewertung. Institute müssen nachvollziehbare Kundenrisikoscoring-Modelle entwickeln, dokumentieren und regelmäßig validieren. Neben klassischen regelbasierten Verfahren werden auch statistische und KI-gestützte Ansätze betrachtet. Gleichzeitig stellen Aufsichtsbehörden hohe Anforderungen an Transparenz, Erklärbarkeit, Modellvalidierung sowie den Umgang mit Fehlalarmen und regulatorischen Risiken.

Governance als zentraler Bestandteil der AML-Compliance

Neben Datenmanagement und Risikoscoring gewinnt die organisatorische Verankerung der Geldwäscheprävention weiter an Bedeutung. Die AMLR konkretisiert Verantwortlichkeiten der Geschäftsleitung sowie die Rolle des AML Compliance Officers und stellt Anforderungen an gruppenweite Governance-Strukturen.

Auch Data Governance wird zu einem wesentlichen Bestandteil eines wirksamen AML-Frameworks. Themen wie Data Ownership, Data Stewardship, Datenherkunft (Data Lineage), Verantwortlichkeiten innerhalb der Three Lines of Defense sowie die Governance technischer Systeme sind entscheidend für eine prüfungssichere Umsetzung regulatorischer Anforderungen. Unternehmen stehen damit vor der Aufgabe, Datenmanagement, Risikosteuerung und Governance als integriertes Gesamtsystem zu etablieren.

Inhalte des Seminars

Im Seminar werden unter anderem folgende Themen behandelt:

– EU-AML-Paket mit AMLR, AMLD6 und AMLA sowie deren regulatorische Auswirkungen
– Anforderungen an CDD-, EDD- und UBO-Daten sowie Datenqualität
– Single Customer View und externe Datenquellen
– Risikobewertung und Kundenrisikoscoring nach der AMLR
– Regelbasierte, statistische und KI-gestützte Scoring-Modelle
– Modellvalidierung, Backtesting und False-Positive-Management
– Data Governance und Governance-Strukturen im AML-Kontext
– Verantwortlichkeiten von Geschäftsleitung und AML Compliance Officer
– Readiness-Check und Umsetzungsfahrplan bis 2027

Relevanz für Fach- und Führungskräfte

Das Seminar richtet sich insbesondere an Geldwäschebeauftragte, Mitarbeitende aus Compliance, Recht und AML/CFT, Fachkräfte aus Risikomanagement und Interner Revision, IT-Verantwortliche für Compliance-Systeme sowie Führungskräfte mit Governance-Verantwortung. Die vermittelten Inhalte unterstützen Unternehmen dabei, regulatorische Entwicklungen frühzeitig einzuordnen, Handlungsfelder zu identifizieren und die Anforderungen der neuen europäischen AML-Aufsichtspraxis strukturiert vorzubereiten.

Referent

Referent ist Jens Oliver Kreiter, Director und Head of Group Anti-Money Laundering eines internationalen Finanzmarktinfrastruktur-Konzerns. Sein fachlicher Schwerpunkt liegt auf der Umsetzung des EU-AML-Pakets, der Integration regulatorischer Anforderungen in bestehende Governance- und Kontrollstrukturen sowie der Weiterentwicklung gruppenweiter AML/CFT-Frameworks.

Das Online-Seminar „Geldwäsche: Daten, Scoring und Governance – Neue AML-Aufsichtspraxis“ findet am 30. Oktober 2026 statt.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.