Moderne Bürobeleuchtung soll heute mehr leisten, als Arbeitsplätze nur ausreichend hell zu beleuchten. Unter dem Begriff Human Centric Lighting, kurz HCL, werden Beleuchtungslösungen verstanden, die visuelle, biologische und emotionale Wirkungen von Licht berücksichtigen. Die Internationale Beleuchtungskommission CIE spricht in diesem Zusammenhang von integrativer Beleuchtung, die visuelle und nichtvisuelle Wirkungen verbindet und physiologische oder psychologische Vorteile für Menschen anstrebt.
Diese Überlegung ist durchaus sinnvoll. In der praktischen Umsetzung bleibt jedoch eine zentrale Frage häufig unbeantwortet: Kann eine einheitlich gesteuerte Beleuchtung tatsächlich den unterschiedlichen Bedürfnissen aller Beschäftigten gerecht werden?
Michael Grassegger, Inhaber von natur-nah.de und seit 1999 auf Vollspektrumlicht spezialisiert, vertritt eine klare Position: „Human Centric Lighting ist ein wichtiger Fortschritt gegenüber rein technischen Beleuchtungskonzepten. Der Mensch darf dabei aber nicht nur als Durchschnittswert betrachtet werden. Entscheidend ist, welches Licht bzw. welche Lichtqualität die konkrete Person an ihrem konkreten Arbeitsplatz benötigt.“
Ein Raum und viele unterschiedliche Lichtbedürfnisse
In einem Büro arbeiten Menschen zwar im selben Raum, ihre Voraussetzungen unterscheiden sich jedoch erheblich. Relevant sind dabei unter anderem:
die Entfernung zum Fenster,
die jeweilige Sehaufgabe,
die Dauer der Bildschirmarbeit,
das Lebensalter,
das individuelle Sehvermögen,
die persönliche Blendempfindlichkeit,
die Tageszeit und
das subjektive Helligkeitsempfinden.
Eine zentral gesteuerte Beleuchtungsanlage kann die Grundversorgung eines Raumes sicherstellen und Lichtstärke oder Farbtemperatur im Tagesverlauf verändern. Sie kann jedoch nicht automatisch berücksichtigen, dass ein Beschäftigter mehr Licht auf Dokumenten benötigt, während ein anderer vor allem eine blendfreie Bildschirmumgebung braucht.
Untersuchungen zu den Anforderungen an Bürolicht zeigen, dass die bevorzugte Beleuchtung unter anderem von Beleuchtungsstärke, Farbtemperatur und individuellen Anforderungen beeinflusst werden. Eine einzige Lichteinstellung für alle Beschäftigten ist deshalb nur begrenzt geeignet die unterschiedlichen Bedürfnisse zu erfüllen.
Personal Centric Lighting als Weiterentwicklung
natur-nah verwendet für diesen nutzerbezogenen Ansatz den Begriff Personal Centric Lighting, kurz PCL. Dabei handelt es sich nicht um einen normierten Fachbegriff, sondern um eine konzeptionelle Weiterentwicklung: Die Beleuchtung wird nicht ausschließlich für einen Raum oder eine Nutzergruppe geplant, sondern stärker für den einzelnen Arbeitsplatz und die dort tätige Person.
PCL soll nicht die Allgemeinbeleuchtung ersetzen, sondern ergänzen. Eine fachgerechte Lösung besteht demnach aus zwei Komponenten:
Erstens: einer gleichmäßigen, blendarmen Grundbeleuchtung des Raumes, beispielsweise durch geeignete LED-Panel.
Zweitens: einer individuell einstellbaren Arbeitsplatzbeleuchtung, mit der Beschäftigte die Helligkeit, Lichtrichtung und auch die Lichtfarbe ihrer persönlichen Arbeitssituation anpassen können.
„Personal Centric Lighting bedeutet nicht, dass jeder Arbeitsplatz isoliert beleuchtet wird“, erläutert Michael Grassegger. „Eine gute Grundbeleuchtung bleibt unverzichtbar. Sie sollte jedoch durch eine individuell einstellbare Beleuchtung ergänzt werden. Erst diese Kombination ermöglicht eine optimale Arbeitsplatzbeleuchtung.“
Individuelle Kontrolle ist ein relevanter Qualitätsfaktor
Die Möglichkeit, das eigene Licht anzupassen, ist nicht nur eine Komfortfunktion. Sie trägt dazu bei, die unterschiedlichen Tätigkeiten und wechselnden Anforderungen an einem Arbeitstag zu unterstützen. Das betrifft beispielsweise den Wechsel zwischen:
Bildschirmarbeit,
Lesen gedruckter Unterlagen,
handschriftlichen Tätigkeiten,
Besprechungen und
konzentrierter Detailarbeit.
Bei der Planung sollten Unternehmen daher nicht ausschließlich nach einer automatisierten Gebäudelösung fragen. Ebenso wichtig ist, welchen Einfluss die Beschäftigten auf die Beleuchtung ihres Arbeitsplatzes erhalten.
Eine technisch aufwendige Lichtsteuerung ist dabei nicht in jedem Fall erforderlich. Gerade in bestehenden Büros können geeignete Arbeitsplatzleuchten oder separat steuerbare Leuchtenzonen die Mitarbeitenden besser unterstützen.
Lichtqualität umfasst mehr als Farbtemperatur
Human Centric Lighting wird in der Praxis häufig mit einer automatischen Veränderung der Farbtemperatur gleichgesetzt. Eine solche Reduzierung ist aus Sicht von natur-nah nicht ausreichend.
Für eine hochwertige Arbeitsplatzbeleuchtung sind mehrere Faktoren gemeinsam zu betrachten:
ausreichende Beleuchtungsstärke,
gleichmäßige Lichtverteilung,
Begrenzung von Blendung und Reflexionen,
natürlich gute Farbwiedergabe,
ein hochgradig flimmerfreies Licht
eine geeignete spektrale Zusammensetzung und
eine an die Tätigkeit angepasste Positionierung der Leuchten.
Auch ein wechselnder Verlauf zwischen warmweißem und tageslichtweißem Licht kann grundlegende Qualitätsmängel nicht kompensieren. Eine ungünstig positionierte, blendende oder flimmernde Leuchte bleibt problematisch, unabhängig davon, ob ihre Farbtemperatur automatisch geregelt wird.
Vollspektrumlicht als Baustein einer persönlichen Lichtlösung
natur-nah setzt bei Büro- und Bildschirmarbeitsplätzen auf Vollspektrum-Tageslicht. Damit bezeichnet das Unternehmen Lichtquellen, deren Lichtfarbe und spektrale Zusammensetzung dem natürlichen Tageslicht möglichst nahekommt und die eine hohe Farbwiedergabe ermöglichen.
Der Einsatz von Vollspektrumlicht allein macht jedoch noch kein Personal Centric Lighting aus. Entscheidend ist das Gesamtkonzept aus Lichtqualität, Grundbeleuchtung, Arbeitsplatzbezug und individueller Einstellbarkeit.
„Ein gutes Spektrum ist ein wichtiger Qualitätsbaustein, aber keine alleinige Lösung“, betont Grassegger. „Wir müssen Beleuchtung immer als System betrachten: Wie hell ist es tatsächlich am Arbeitsplatz? Wo entstehen Blendungen und Reflexionen? Kann der Nutzer sein Licht anpassen? Und passt die Lichtfarbe zur vorgesehenen Anwendung?“
Konsequenzen für Unternehmen und Lichtplaner
Für Arbeitgeber, Facility-Management, Innenarchitektur und betriebliche Beschaffung ergibt sich daraus veränderte Planungsüberlegungen. Statt ausschließlich die Frage zu stellen, wie ein Raum beleuchtet werden soll, sollte die Planung zusätzlich klären:
Welche Tätigkeiten werden an den einzelnen Arbeitsplätzen ausgeführt?
Wie stark ist der Tageslichtanteil und wo befinden sich die Arbeitsplätze?
Welche individuellen Einstellmöglichkeiten erhalten Beschäftigte?
Wie werden Blendung und störende Reflexionen vermieden?
Welche Lichtqualität wird neben der reinen Beleuchtungsstärke benötigt?
Kann die Lösung bei veränderten Arbeitsplätzen angepasst werden?
Gerade bei flexiblen Bürokonzepten und wechselnder Arbeitsplatzbelegung ist die individuelle Anpassbarkeit besonders unterstützend und wichtig. Eine starre Beleuchtung orientiert sich an einer festen Nutzungssituation, während moderne Arbeitsorganisation variable Tätigkeiten und unterschiedliche Nutzer berücksichtigt.
Vom durchschnittlichen Nutzer zum realen Menschen
Die Überlegungen zu Human Centric Lighting haben dazu beigetragen, die Wirkung von Licht auf den Menschen stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Der nächste Entwicklungsschritt besteht nach Auffassung von natur-nah darin, die Standard-Arbeitsplatzbeleuchtung durch eine individuell einstellbare Arbeitsplatzbeleuchtung zu ersetzen.
„Die Zukunft der Bürobeleuchtung liegt nicht in der Entscheidung zwischen Raumbeleuchtung und Arbeitsplatzleuchte“, fasst Michael Grassegger zusammen. „Benötigt wird eine abgestimmte Kombination: eine hochwertige Grundbeleuchtung für den Raum und individuell beeinflussbares Licht für den Menschen. Genau das verstehen wir unter Personal Centric Lighting.“
natur-nah.de ist seit 1999 auf sonnennahes Vollspektrumlicht spezialisiert. Seit 2025 haben wir uns auf gesundheitsfördernde Beleuchtung für Büros, Verwaltungen und Praxen fokussiert. Wir liefern Vollspektrum LED in den unterschiedlichsten Bauformen: Leuchtmittel, Tisch- und Deckenleuchten, Bürostehleuchten und auch LED-Panel. Die meisten Produkte werden speziell für uns nach unseren Vorgaben hergestellt. Um die Qualität zu sichern, werden diese Produkte bei jeder Lieferung im Lichtlabor überprüft.
