Stuttgarter Versicherung warnt vor staatlicher Standardlösung im Altersvorsorgedepot

– Staat als Produktanbieter ungeeignet
– Finanzverwaltung auf Start des Altersvorsorgedepots nicht vorbereitet
– Neobroker kein Ersatz für klassische Versicherer

In die Kritik um das staatlich organisierte Altersvorsorgedepot (https://alters-vorsorge-depot-vergleich.de/) hat sich nun auch die Stuttgarter Versicherung eingeschaltet: „Grundsätzlich ist ein Staat dafür da, Gesetze zu machen und deren Einhaltung sicherzustellen und Verordnungen dazu zu machen. Er ist nicht dafür da, auf einem freien Markt zu agieren“, so Dr. Guido Bader, CEO der Stuttgarter Versicherung im Gespräch mit Juri Galkin, Gründer und Geschäftsführer des Versicherungsmaklers Finanzklar. Im sogenannten „Podcast zum Altersvorsorgedepot“ debattiert Gründer Galkin mit namhaften Versicherern über die aktuellen Herausforderungen.

Grund für Baders Kritik ist die Reform der Altersvorsorge, bei der der Staat neben privaten Banken, Brokern und Versicherungen eine staatlich organisierte Vorsorgelösung als Standardoption anbieten will. Diese soll als Referenz im Markt dienen und idealerweise günstiger sein als die maximal mögliche 1 Prozent Kostenquote pro Jahr. Damit tritt der Staat jedoch in Konkurrenz zu den bestehenden privaten Anbietern. Die Industrie befürchtet nun einen unfairen Wettbewerb. „Wenn das Standardprodukt staatlich subventioniert wird, dann fände ich das einen Skandal“, so Bader im Podcast.

Erschwerend komme hinzu, dass die Regierung die Komplexität eines solchen Produktes und den Aufwand für die Verwaltung unterschätze. Der Starttermin für das Altersvorsorgedepot Anfang 2027 sei kaum mehr zu halten. Baders Auffassung nach seien weder die Bundesbank noch die Deutsche Rentenversicherung in der Lage, auf Knopfdruck ab 2027 die einzelnen Verträge und kapitalgedeckten Konten der Bürger zu verwalten. „Der Gesetzgeber springt momentan sehr kurz und glaubt, dass die Verwaltung dann alles ganz schnell umsetzen kann. Aber sie können es noch nicht. Und es wird auch noch dauern, bis sie es können“, so Bader.

Ein weiterer Punkt sei die Langlebigkeit. Anders als bei der bisherigen Riester-Rente ist im Altersvorsorgedepot keine verpflichtende lebenslange Verrentung mehr vorgesehen. Die Bürger können einen Auszahlplan wählen. Damit laufen jedoch vor allem wohlhabendere Bevölkerungsschichten angesichts der immer längeren Lebenszeit Gefahr, dass ihr Altersvorsorgekapital zu einem bestimmten Zeitpunkt aufgebraucht ist. „Wenn ich als Staat ein Produkt bezuschusse, warum möchte ich dann, dass es beispielsweise mit Alter 85 ausläuft und dann mitunter jemand wieder in den Sozialleistungen gefangen ist?“ Baders Rat an die Politik: „Gebt es auf, als Staat Produktanbieter sein zu wollen.“

Neobroker betrachtet der Unternehmenslenker im Geschäft um das Altersvorsorgedepot nicht als starke Konkurrenz. Neobroker können das Produkt künftig zwar zu deutlich geringeren Kosten anbieten als klassische Versicherer. Für Bader ist jedoch die Beratungsleistung, die ein Versicherer den Bürgern im Gegensatz zu einem Neobroker anbieten könne, ein klarer Wettbewerbsvorteil, insbesondere bei Veränderungen der Lebenssituation wie Scheidung, Berufswechsel oder Umzug ins Ausland.

Bader führt weiter an, dass Neobroker – anders als Versicherer – keine Produkte mit 80 oder 100 Prozent Garantie anbieten könnten, ebenso wenig wie eine lebenslange Rente. „Der Neobroker darf sogar formal nur den Auszahlplan anbieten, weil er keine Versicherungslizenz hat“, so Bader. Das bedeute, dass alle, die bei einem Neobroker ein Altersvorsorgedepot abschließen würden, aber eine lebenslange Rente ausgezahlt haben möchten, während der Laufzeit zu einem Lebensversicherer wechseln müssten. Ein Aufwand, den man sich von vornherein sparen könne.

Im Interview geht Bader außerdem darauf ein, wann es sich aus seiner Sicht lohnt, von einem Riester-Vertrag auf das Altersvorsorgedepot zu wechseln, was eine gute Beratung wert ist und wie er die Kostenquote in Höhe von einem Prozent einschätzt. Hier geht es zum „Podcast zum Altersvorsorgedepot“ https://alters-vorsorge-depot-vergleich.de/

Über die Finanzklar GmbH

Finanzklar ist ein digitaler, unabhängiger Versicherungsmakler mit Sitz in Mannheim und Maklerzulassung nach § 34d GewO. Das Unternehmen hat sich auf die private Altersvorsorge spezialisiert und mit einer eigenen Vergleichsplattform und eigenen Rechnern eine zentrale Anlaufstelle für den Umstieg von der Riester-Rente auf das neue Altersvorsorgedepot geschaffen.

Gegründet wurde Finanzklar von Juri Galkin. Galkin ist Mitgründer des Zukunftstags, eines Crashkurstags für Schulen, mit dem er und sein Team bereits an Tausenden Schulen in Deutschland Projekttage zur finanziellen Bildung durchgeführt haben. Bundes- und Landesminister sind Schirmherren des Formats. Er ist SPIEGEL-Bestsellerautor und war Gast in mehreren Formaten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Pressekontakt:

Gigi Ng
Pressesprecherin
presse@finanzklar.com
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