Bitcoin stürzt nach US-Job-Hammer unter 80.000 Dollar – müssen Anleger jetzt mit dem nächsten großen Rücksetzer rechnen?

162.000 neue Jobs statt der erwarteten rund 55.000: Die überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten haben die Zinshoffnungen der Anleger deutlich gedämpft. Bitcoin, der zuvor noch über 82.000 Dollar gestiegen war, sackte zeitweise auf unter 79.000 Dollar ab. Gleichzeitig stiegen die Erwartungen an eine mögliche Zinserhöhung der US-Notenbank – und damit der Druck auf riskantere Anlagen.

Bitcoin hängt aktuell stärker an den Erwartungen zur US-Geldpolitik, als viele Anleger wahrhaben wollen. Entscheidend wird jetzt sein, ob wichtige Unterstützungsmarken halten oder aus dem Rücksetzer eine größere Korrektur entsteht. Nachfolgend erfahren Sie, welche Kursmarken Anleger jetzt im Blick behalten sollten, wie stark die kommende Fed-Entscheidung Bitcoin beeinflussen könnte und woran sich erkennen lässt, ob der aktuelle Rücksetzer nur eine kurze Verschnaufpause oder der Beginn einer größeren Korrektur ist.

Diese beiden Kurszonen sind jetzt entscheidend

Kurzfristig richtet sich der Blick zunächst auf den Bereich zwischen 81.300 und 82.300 Dollar. Dort ist Bitcoin seit Ende August mehrfach gescheitert. Anfang September stieg der Kurs beispielsweise bis auf etwa 82.300 Dollar, gab den Ausbruch jedoch noch am selben Tag wieder ab. Auch am Folgetag gelang es nicht, sich dauerhaft oberhalb der Zone zu halten.

Solche gescheiterten Ausbrüche sprechen zunächst für Schwäche. Erst wenn Bitcoin diesen Widerstand nachhaltig überwindet, würde sich das kurzfristige Bild aufhellen. Bis dahin bleibt das Risiko weiterer Rücksetzer bestehen.

Auf der Unterseite gewinnt deshalb die Marke von rund 76.500 Dollar an Bedeutung. Ein kurzer Ausschlag darunter wäre allerdings noch kein Beleg für eine größere Korrektur. Aussagekräftiger wäre ein Wochenschluss unterhalb dieses Niveaus. Dann wäre die bisherige Kursstruktur deutlich geschwächt.

Die nächste wichtige Zone läge in diesem Fall bei rund 67.000 Dollar. In diesem Bereich wurde während der vergangenen Monate besonders viel gehandelt. Solche Volumenzonen können nach einem Bruch der bisherigen Struktur erneut zum Ziel einer Abwärtsbewegung werden.

Die Fed gibt den Takt vor

Chartmarken allein entscheiden derzeit jedoch nicht über die Richtung. Bitcoin wird inzwischen stark wie ein klassisches Risk-on-Asset gehandelt und reagiert entsprechend empfindlich auf Veränderungen der Zins- und Liquiditätserwartungen.

Diese Verbindung hat sich durch die Bitcoin-Spot-ETFs in den USA weiter verstärkt. Bitcoin ist enger mit dem traditionellen Finanzmarkt verzahnt, weshalb makroökonomische Nachrichten innerhalb kurzer Zeit deutliche Kursreaktionen auslösen können. Steigt die Wahrscheinlichkeit höherer Zinsen, geraten riskantere Anlagen unter Druck.

Genau das zeigte sich nach den jüngsten Arbeitsmarktdaten. Ein robuster Jobmarkt gibt der Federal Reserve mehr Spielraum, die Zinsen länger auf einem hohen Niveau zu halten oder sie bei anhaltendem Inflationsdruck sogar anzuheben. Hohe Ölpreise könnten den Preisdruck zusätzlich verstärken.

Entscheidend wird deshalb sein, wie die nächste Fed-Entscheidung im Verhältnis zu den Erwartungen ausfällt. Eine Zinssenkung erscheint angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen wenig wahrscheinlich. Sollte die Notenbank den Leitzins lediglich unverändert lassen, könnte das bereits Erleichterung an den Risk-on-Märkten auslösen. Eine Anhebung würde Bitcoin dagegen voraussichtlich zusätzlich belasten.

Warum die jüngste Erholung mit Vorsicht zu betrachten ist

Auch der vorherige Anstieg von rund 64.000 auf etwa 80.000 Dollar liefert noch keinen eindeutigen Beleg für einen neuen Aufwärtstrend. Ein wichtiger Treiber waren Liquidationen am Terminmarkt. Zwischen dem 19. und 21. August wurden nach Daten von Coinglass Short-Positionen im Umfang von mehr als 4,6 Milliarden Dollar liquidiert.

Wer auf fallende Kurse setzt und seine Position zwangsweise schließen muss, erzeugt dadurch Käufe. Werden viele solcher Positionen gleichzeitig aufgelöst, kann eine Liquidationskaskade den Kurs kräftig nach oben treiben. Der Anstieg muss deshalb nicht zwangsläufig bedeuten, dass entsprechend viel neue, langfristige Kaufnachfrage entstanden ist.

Auch die Entwicklung der offenen Positionen am Terminmarkt spricht bislang nicht eindeutig für eine Trendwende. Am Tag des US-Arbeitsmarktberichts nahm das offene Interesse an Bitcoin-Futures bei Binance zunächst um knapp fünf Prozent zu, sank anschließend aber fast ebenso schnell wieder. Über die gesamte Woche blieb es damit nahezu unverändert.

Zwar ist die Krypto-Nachfrage weltweit gestiegen, sie wird derzeit jedoch nicht vor allem von den USA getragen. Trotzdem bleibt der amerikanische Markt aufgrund seiner hohen Handelsvolumina ein wesentlicher Kurstreiber. Entsprechend groß ist der Einfluss von Konjunkturdaten und geldpolitischen Erwartungen.

Wann aus dem Rücksetzer eine größere Korrektur wird

Der Fall unter 80.000 Dollar allein bestätigt noch keinen neuen Abwärtstrend. Ebenso wenig lässt sich bereits von einer abgeschlossenen Korrektur und einem neuen Aufwärtsschub sprechen. Dafür muss Bitcoin zunächst wichtige Marken zurückerobern.

Gelingt ein nachhaltiger Anstieg über 82.300 Dollar, würde sich die kurzfristige Ausgangslage verbessern. Ein Wochenschluss unter 76.500 Dollar wäre dagegen ein deutliches Warnsignal und könnte den Bereich um 67.000 Dollar wieder in den Fokus rücken.

Neben diesen Kursmarken dürften in den kommenden Wochen vor allem die Fed und die weitere Entwicklung der US-Inflation entscheidend bleiben. Auch regulatorische Entscheidungen in den USA können für zusätzliche Bewegung sorgen. Anleger sollten deshalb weniger auf einzelne Tagesbewegungen schauen als darauf, ob Kursstruktur, Handelsaktivität und makroökonomisches Umfeld gemeinsam eine neue Richtung bestätigen.

Über Florian Sondershausen:

Florian Sondershausen ist Experte für Trading und Kryptowährungen und Geschäftsführer der Haag Sondershausen Consulting GmbH. Er unterstützt Interessierte dabei, online ein Vermögen aufzubauen und dieses eigenständig zu verwalten. Ziel seines Konzeptes ist es, systematisch und planbar sowie mit kalkulierbarem Risiko am Krypto-Markt zu investieren. Dank seines langjährigen Erfahrungsschatzes kennt Florian Sondershausen den Markt genau und gibt seine Expertise in einem interaktiven Kursmodell weiter. Informationen finden Interessierte unter: https://floriansondershausen.de/

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