DER AKTIONÄR-Verleger Bernd Förtsch fordert Transparenz bei BioNTech-Gründer-Ausgliederung – Rechtliche Schritte in Prüfung

Bernd Förtsch, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Börsenmedien AG, hat sich mit einem umfangreichen Fragenkatalog an BioNTech gewandt. Im Mittelpunkt steht die am 10. März 2026 angekündigte Ausgliederung wesentlicher Vermögenswerte an ein neues Unternehmen der scheidenden Gründer Dr. Ugur Sahin und Dr. Özlem Türeci.

Die geplante Ausgliederung erfolgt vor dem Hintergrund einer anhaltend negativen Entwicklung:

– Umsatzeinbruch von 7,3 Milliarden Euro (2022) auf geschätzt 2.0 bis 2,3 Milliarden Euro im laufenden Jahr
– Werksschließungen in Idar-Oberstein, Marburg und Singapur
– Abbau von bis zu 1.860 Arbeitsplätzen
– eine aggressive Expansionsstrategie, die in Teilen gescheitert ist
– eine desaströse Kursentwicklung seit Januar 2021

„BioNTech ist für mich ein Restrukturierungsfall, den der amtierende Vorstand zu verantworten hat“, so Förtsch. „Die Art und Weise, wie jetzt eine Neugründung und ein Transfer an Know-how und Personal in die Wege geleitet wird, wirft aus meiner Sicht gravierende Governance-Fragen auf.“

Bernd Förtsch hat mehrere Forderungen an den Aufsichtsrat der BioNTech SE:

– Beauftragung einer unabhängigen Fairness Opinion einer nicht mit BioNTech verbundenen Investmentbank vor Unterzeichnung einer finalen Vereinbarung
– Vollständige Offenlegung der Bewertungsmethodik und Vergleich mit Markt-Benchmarks
– Bestätigung oder Einrichtung eines unabhängigen Sonderausschusses im Aufsichtsrat

Der Verleger kündigt an, sämtliche juristischen Optionen zum Schutz der Minderheitsaktionäre zu prüfen. „Ohne eine professionelle, unabhängige Fairness Opinion ist jeder Preis für die zu übertragenden Assets willkürlich“, so Förtsch.

Mittlerweile hat BioNTech reagiert – eine detaillierte Beantwortung der Fragen ist aber nicht erfolgt. Der an BioNTech übersendete Fragenkatalog sowie eine Einschätzung der Situation werden in den jeweils kommenden Ausgaben von DER AKTIONÄR, Börse Online und €uro am Sonntag publiziert.

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