Die Märkte fahren Achterbahn

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Die Krise im Nahen Osten wird den Weg Europas zu strategischer Autonomie und umweltfreundlicherer Energie wahrscheinlich deutlich beschleunigen.

Die Zentralbanken werden angesichts des zunehmenden Inflationsrisikos voraussichtlich vorsichtiger werden und eine abwartende Haltung einnehmen.

Für Anlegerinnen und Anleger ist es wichtig, weiter gut zu diversifizieren und auch über die Krise hinaus Investments nach hohen Qualitätskriterien auszuwählen.

Weltweiter Investmentansatz bleibt bei Aktien entscheidend

Die Auswirkungen der Krise im Nahen Osten auf den Aktienmarkt zeigen die Sensibilität der Volkswirtschaften gegenüber höheren Energiepreisen und neuen Inflationsängsten. Während sich US-Investments (einschließlich des Dollars) bisher als recht widerstandsfähig erwiesen haben, bleiben die Anfälligkeiten im Zusammenhang mit hochpreisigen KI-Segmenten und einem hohen US-Finanzdefizit bestehen. Im Gegensatz dazu sind die Märkte der asiatischen und europäischen Schwellenländer aufgrund der Abhängigkeit dieser Regionen von Energieimporten stark gefallen. Trotz dieser Volatilität haben diese aber im bisherigen Jahresverlauf dennoch eine überdurchschnittliche Performance erzielt, wobei Latein Amerika (LatAm) hier zu den Spitzenreitern gehört. Diese Entwicklungen bestätigen die Notwendigkeit, einen global diversifizierten Investmentansatz sowohl in den Industrieländern als auch in den Schwellenländern beizubehalten, um die Widerstandsfähigkeit zu erhöhen und langfristig Erträge zu erzielen. Ein Schlüsselfaktor bleibt dabei die weitere Entwicklung um die Störung in der Straße von Hormus.

Aufgrund der Sorgen über die Energieversorgung und die Auswirkungen auf die Inflation sind die Aktienmärkte, insbesondere in Asien, gefallen und die Anleiherenditen gestiegen, da die Anleger eher nicht davon ausgehen, dass die Fed und andere Zentralbanken die Zinsen senken werden. Der Ölpreis stieg weiter an und erreichte bei starken Schwankungen innerhalb eines Tages den höchsten Stand seit August 2022, während der Goldpreis in der zweiten Woche in Folge fiel.

Der Verbraucherpreisindex (CPI) in den USA blieb im Februar bei 2,4 % (im Jahresvergleich), während die Kerninflation (CPI ohne Lebensmittel- und Energiepreise) aufgrund der nachlassenden Inflation im Dienstleistungssektor relativ harmlos war. Auch die Kerninflation bei Basis-Konsumgütern blieb gedämpft. Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben sich hier bisher nicht ausgewirkt. Mit Blick auf die Zukunft könnten jedoch steigende Ölpreise aufgrund der geopolitischen Risiken die Inflationsdynamik im März und zu Beginn des zweiten Quartals beschleunigen.

Die deutsche Industrieproduktion fiel im Januar um 0,5% im Monatsvergleich, angetrieben von starken Rückgängen in energieintensiven Sektoren, die sich angesichts des Nahostkonflikts weiter fortsetzen könnten. Die Auftragseingänge brachen um mehr als 10 % ein, nachdem sie in den letzten Monaten noch positiv ausgefallen waren, und trüben die kurzfristigen Aussichten. Insgesamt verdeutlicht die anhaltende Schwäche in den energieintensiven Branchen die Verwundbarkeit des Industriestandorts Deutschland angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen und des Drucks auf die Energiepreise.

Die Iran-Krise hat einen starken Anstieg der weltweiten Energiepreise ausgelöst, der die Wachstumsaussichten in Asien belastet und die Inflationserwartungen in die Höhe treibt. Die politischen Entscheidungsträger in der Region haben mit gezielten Maßnahmen – Kraftstoffsubventionen, Energierationierung und Ausfuhrbeschränkungen für raffinierte Erdölerzeugnisse – reagiert. Aber die Auswirkungen auf die Lieferketten veranlassen einige Unternehmen, z. B. Hersteller von petrochemischen Produkten, dazu, ihre Aktivitäten zurückzufahren, was letztendlich Sorgen um die Elektronik- und Halbleiterproduktion aufkommen lässt.

Quelleninformationen und weitere Angaben finden Sie in den Weekly Market Directions sowie im Amundi Research Center.

Rechtliche Hinweise: Sofern nicht anders angegeben, stammen alle Informationen in diesem Dokument von dem Amundi Asset Management und sind Stand 16. März 2026 (Veröffentlichung des Researchs). Die in diesem Dokument vertretenen Einschätzungen der Entwicklung von Wirtschaft und Märkten sind die gegenwärtige Meinung des Amundi Asset Management. Diese Einschätzungen können sich jederzeit aufgrund von Marktentwicklungen oder anderer Faktoren ändern. Es ist nicht gewährleistet, dass sich Länder, Märkte oder Sektoren so entwickeln wie erwartet. Diese Einschätzungen sind nicht als Anlageberatung, Empfehlungen für bestimmte Wertpapiere oder Indikation zum Handel im Auftrag bestimmter Produkte des Amundi Asset Management zu sehen. Es besteht keine Garantie, dass die erörterten Prognosen tatsächlich eintreten oder dass sich diese Entwicklungen fortsetzen.

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