Fabriken weltweit haben 2025 mehr als 600.000 neue Industrieroboter in Betrieb genommen, 11 Prozent mehr als im Vorjahr. Das geht aus dem Bericht World Robotics 2026 hervor, den die International Federation of Robotics (IFR) am 24. September 2026 in Frankfurt am Main vorgestellt hat. Der Bestand an Industrierobotern stieg damit laut IFR um 9 Prozent auf den Rekordwert von fünf Millionen Einheiten. In Deutschland fielen die Industrieroboter-Installationen dagegen um 8 Prozent auf 24.800 Einheiten. Wie sich Roboter und KI-Werkzeuge nach Preis, Funktionen und Verfügbarkeit einordnen lassen, zeigt die Provimedia GmbH aus Bietigheim-Bissingen mit ihrem Preis- und Funktionsvergleich von KI-Tools und Robotern.
Die Zahlen beschreiben das abgelaufene Jahr 2025. Im November 2026 zeigt der Bericht vor allem, wie weit sich die großen Robotermärkte auseinanderentwickelt haben, und dass der Rückgang in Deutschland nicht auf die Autoindustrie beschränkt blieb.
Wo die Installationen 2025 zulegten und wo sie schrumpften
China baute seine Stellung nach Angaben der IFR weiter aus. Dort wurden 2025 rund 354.000 Industrieroboter installiert, 20 Prozent mehr als im Vorjahr und 59 Prozent aller Installationen weltweit. Die Vereinigten Staaten überholten Japan und wurden mit einem Plus von 12 Prozent auf fast 38.500 Einheiten zum zweitgrößten Markt. In Japan gingen die Installationen um 19 Prozent auf 36.219 Einheiten zurück, in der Republik Korea um 1 Prozent auf 30.000 Einheiten.
Deutschland liegt laut IFR bei den jährlichen Installationen weltweit an fünfter Stelle, hinter China, den Vereinigten Staaten, Japan und Korea. Innerhalb der Europäischen Union kommt das Land auf einen Anteil von 41 Prozent aller neu installierten Industrieroboter. Indien folgt mit knapp 10.500 Einheiten und einem Plus von 15 Prozent auf Rang sechs.
Hinter den Länderwerten stehen sehr unterschiedliche Anwendungen, von der Schweißzelle im Karosseriebau bis zum Serviceroboter im Lager. Welche Robotertypen es gibt und wofür Betriebe und Haushalte sie einsetzen, erklärt das Ratgeberportal zu Robotik in Haushalt und Industrie der Provimedia GmbH.
Warum die deutsche Automobilindustrie weniger Roboter kauft
Die Automobilindustrie bleibt nach der IFR-Meldung zum deutschen Markt vom 24. September 2026 der größte Abnehmer von Industrierobotern in Deutschland. Die Branche installierte 2025 laut IFR rund 5.800 neue Einheiten und kam damit auf einen Marktanteil von 23 Prozent. Im Jahr 2020 lag dieser Anteil nach Angaben der IFR noch bei 40 Prozent. Als Gründe nennt die IFR die Absätze bei Elektrofahrzeugen, die hinter den Erwartungen zurückblieben, sowie politische Unsicherheiten, wegen derer die Hersteller Investitionsprojekte zurückstellten.
Die metallverarbeitende Industrie installierte laut IFR 5.300 Einheiten, ein Rückgang um 13 Prozent bei einem Marktanteil von 21 Prozent. Die Chemie- und Kunststoffindustrie folgte mit 3.000 Einheiten, 5 Prozent weniger als im Vorjahr und einem Marktanteil von 12 Prozent. Über den Zeitraum von 2020 bis 2025 stiegen die Installationen in Deutschland branchenübergreifend trotzdem um durchschnittlich 2 Prozent pro Jahr.
Welche Werte den deutschen Robotermarkt 2025 kennzeichnen
Fünf Marktwerte aus der deutschen IFR-Meldung vom 24. September 2026 zeigen, dass nicht nur die Nachfrage, sondern auch die Herstellung von Robotern im Land zurückgegangen ist:
800 neu installierte Industrieroboter, 8 Prozent weniger als 2024
41 Prozent Anteil an allen Installationen in der Europäischen Union
700 in Deutschland produzierte Industrieroboter, ein Minus von 24 Prozent
100 exportierte Einheiten, ein Rückgang um 37 Prozent
23 Prozent Anteil der Automobilindustrie an den Installationen, nach 40 Prozent im Jahr 2020
Den Einbruch bei Produktion und Export erklärt die IFR mit der Umstellung vieler Hersteller auf eine dezentrale Fertigung nahe an den lokalen Märkten. Zudem nutzen zahlreiche internationale Roboteranbieter Deutschland als europäische Vertriebszentrale; die schwache Nachfrage in Europa drückt deshalb auch die Re-Exporte und die Importe in diese Zentren.
Was Maschinenbau und Roboterbranche für 2026 und 2027 erwarten
Für 2026 rechnet die IFR in Deutschland erneut mit einer sinkenden Gesamtnachfrage nach Robotern, ab 2027 wieder mit steigenden Installationszahlen. Weltweit erwartet die IFR für 2026 ein Plus von 9 Prozent auf 655.000 Einheiten und für 2029 rund 806.000 Installationen.
Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) zeichnet in seiner Produktionsprognose vom 17. September 2026 ein ähnliches Bild für den gesamten Maschinenbau. Die Volkswirte des Verbands senkten ihre Erwartung für 2026 von Stagnation auf ein reales Minus von 2 Prozent; für 2027 erwarten sie ein reales Produktionsplus von 3 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 lag die Produktion laut VDMA real 4,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau, die preisbereinigten Auftragseingänge stiegen im selben Zeitraum um 5 Prozent. Bestellungen aus Ländern außerhalb des Euroraums legten um 14 Prozent zu.
Worauf mittelständische Fertigungsbetriebe bis zur Trendwende achten
Die IFR sieht Wachstumspotenzial vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen. Anbieter setzen dort auf Roboter, die weniger Programmierkenntnisse erfordern, auf kostengünstigere Modelle und auf Mietmodelle, bei denen der Betrieb den Roboter als Dienstleistung bezieht und die Gesamtbetriebskosten sinken sollen.
„Für viele Mittelständler ist die Roboterstatistik weniger eine Frage der Konjunktur als eine Frage des Einkaufs. Wer heute eine Anlage plant, vergleicht neben dem Kaufpreis auch den Programmieraufwand und die Kosten eines Mietmodells. Ob der Rückgang von 2025 eine Pause bleibt, hängt davon ab, wie weit die Anbieter diese Hürden für kleinere Betriebe tatsächlich senken“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Die nächsten Signale kommen aus den monatlichen Auftragszahlen des VDMA, die zeigen, ob die in den ersten sieben Monaten 2026 gestiegenen Bestellungen in der Produktion ankommen. Betriebe, die für 2027 eine Automatisierung planen, können die Angebote bis dahin nach Programmieraufwand, Betriebskosten und Servicebedingungen gegenüberstellen, statt allein auf den Listenpreis zu schauen.
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