Nahost-Krieg: action medeor warnt vor steigenden Medikamentenpreisen in der humanitären Hilfe

Das Gesundheitshilfswerk action medeor warnt angesichts des andauernden Nahost-Konflikts vor immensen Kostensteigerungen bei Medikamenten und humanitären Hilfsleistungen. Die „Notapotheke der Welt“, wie action medeor auch genannt wird, verzeichnet vor allem für lebenswichtige Basismedikamente, die in der humanitären Hilfe benötigt werden, deutliche Preissteigerungen. „Betroffen davon sind sowohl die Verpackungen der Medikamente als auch einzelne Wirkstoffe“, berichtet Dr. Angela Zeithammer, Vorständin von action medeor. Demnach seien zum einen die Preise für PVC- und Aluminiumfolien, die für Blisterverpackungen benötigt werden, stark gestiegen. „Zum anderen sind uns bei einzelnen Wirkstoffen von den Herstellern deutliche Preissteigerungen angekündigt worden, bei Paracetamol zum Beispiel liegt die Kostensteigerung bei fast 40 Prozent“, so Zeithammer.

Die Ursache für diese Kostensteigerungen sieht man bei action medeor im andauernden Nahost-Konflikt. „Die gestiegenen Gas- und Ölpreise infolge des Krieges haben zur Folge, dass sich die Produktion und der Transport lebenswichtiger Medikamente empfindlich verteuert“, begründet Zeithammer. Für die Menschen in ärmeren Regionen der Welt habe dies direkte Folgen. „Im Gegensatz zu uns in Deutschland, wo es vielleicht zu einer Verteuerung von Medikamenten kommen kann, wirken sich Preisschocks in ärmeren Ländern sofort auf die Verfügbarkeit von Medikamenten im Ganzen aus. Sie sind dann für viele Menschen schlicht nicht mehr erhältlich, weil sie niemand mehr bezahlen kann“, warnt Zeithammer.

Laut action medeor reagieren humanitäre Einsatzgebiete auf solche Preisschocks viel empfindlicher. „In Ländern mit geringem Pro-Kopf-Einkommen gibt es viel weniger Preispuffer. Schwankungen von Lebensmittel- oder Arzneipreisen wirken sich daher viel stärker aus“, erklärt Zeithammer. Kritische Arzneimittelgruppen wie Antibiotika, Diabetes- und Schmerzmittel sowie Arzneien gegen Malaria seien davon überproportional betroffen. „Im Klartext heißt das: Wenn lebensnotwendige Medikamente sich verteuern, sterben mehr Menschen an Krankheiten, die eigentlich gut behandelbar wären“, bringt es Zeithammer auf den Punkt.

Doch nicht nur die gestiegenen Kosten für Medikamente machen den humanitären Helfern zu schaffen. Die Preissteigerungen bei Öl und Gas wirken sich auch auf anderen Gebieten empfindlich aus, etwa bei den Kosten für Lebensmittel. „In stark importabhängigen Ländern wie Afghanistan und Somalia haben gestiegene Transportkosten sofort Auswirkungen auf die Versorgungslage mit Lebensmitteln“, berichtet Angela Zeithammer. „Somalia beispielsweise muss mehr als 90 Prozent seiner lebenswichtigen Güter importieren. Die Vereinten Nationen sprechen bereits jetzt von einer Verdopplung der Transportkosten für humanitäre Lieferungen in Somalia aufgrund des Nahost-Kriegs. Als Folge daraus verzeichnen wir stark gestiegene Lebensmittelpreise auf den Märkten, die die aktuelle, durch eine Dürre ausgelöste Hungerkrise noch verschärfen“, so Zeithammer.

Und einen weiteren Effekt sieht man bei action medeor als problematisch an. „Viele der genannten Krisen, in denen Menschen täglich um ihr Überleben kämpfen müssen, sind für uns in Deutschland kaum sichtbar. Konflikte wie die in der Ukraine und in Nahost binden unsere Aufmerksamkeit – sicherlich auch zu Recht“, schildert Angela Zeithammer. „Aber wir dürfen darüber diejenigen Menschen, die weltweit lautlos leiden, nicht vergessen.“

Pressekontakt:

action medeor
Dr. Markus Bremers
markus.bremers@medeor.de
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