Neue KI-Studie von Tieto: Drei Viertel der deutschen Unternehmen sehen sich als KI-Vorreiter – erst 7 Prozent sind es wirklich

Jede zweite Führungskraft befürchtet verpasste Chancen für Effizienzsteigerung, Innovation und Reduktion von Betriebskosten, wenn sie beim Einsatz von KI nicht mithalten

Beim Thema Künstliche Intelligenz liegen Selbstbild und Realität in deutschen Unternehmen offenbar weit auseinander, wie die neue KI-Studie des Tech-Consulting-Dienstleisters Tieto zeigt: Rund drei Viertel (77 Prozent) der mehr als 200 befragten deutschen Unternehmen aus den Branchen produzierende Industrie, Finanzwirtschaft, Telekom und Energie schätzen ihre KI-Transformation als „sehr weit fortgeschritten“ oder „fortgeschritten“ ein. Tatsächlich haben aber erst sieben Prozent KI vollständig in ihre Kernprozesse integriert und zum strategischen Rückgrat ihrer Wertschöpfung gemacht. Immerhin will sich derzeit die Hälfte der Befragten aktiv zu solchen KI-Vorreitern wandeln. Gleichzeitig befürchtet jede zweite Führungskraft verpasste Chancen für Effizienzsteigerung, Innovation und Reduktion von Betriebskosten, wenn sie beim Einsatz von KI nicht mithalten – jeder Dritte sieht sogar den Verlust von Marktanteilen als Gefahr.

Hohe Arbeits- und Lohnstückkosten belasten die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Zudem droht die nahende Pensionierungswelle der Babyboomer den Fachkräftemangel zu verschärfen. Die stärkere Automatisierung durch KI könnte für effizientere und günstigere Arbeitsprozesse sorgen, um die Produktivität und Wertschöpfung der Unternehmen zu steigern. Aber welche Ziele verfolgen deutsche Unternehmen aktuell mit ihrer KI-Strategie? Und wie weit fortgeschritten ist die Einbindung von KI in Kernprozesse und ihre gewinnbringende Nutzung im Arbeitsalltag bereits? Für die neue Studie von Tieto wurden 202 KI-Verantwortliche und Führungskräfte aus deutschen Unternehmen mit 250 bis 499 Mitarbeitenden sowie aus Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden interviewt, v.a. aus den Branchen produzierende Industrie, Finanzwirtschaft, Telekom und Energie.

Große Lücke zwischen Selbsteinschätzung und tatsächlichem Fortschritt

Die Ergebnisse zeigen, dass es aktuell nur wenige KI-Vorreiter und viele Nachzügler gibt: Während die Hälfte der Befragten (50 %) KI in alle Kernprozesse des Unternehmens integrieren will, haben erst sieben Prozent dieses Vorhaben erfolgreich umgesetzt und KI zum strategischen Treiber der Wertschöpfung gemacht. Deutsche Unternehmen scheinen sich dabei selbst zu überschätzen: Denn rund drei Viertel (77 %) der Führungskräfte beurteilen ihre KI-Integration in Kernprozesse als „sehr weit fortgeschritten“ oder „fortgeschritten“. Das restliche Viertel schätzt sie als „wenig fortgeschritten“ ein (d.h. erste KI-Pilotprojekte werden getestet oder vereinzelt eingesetzt). Eine Vorreiterrolle wird aber auch nicht von allen angestrebt: Etwas mehr als ein Viertel (28 %) plant, KI nur in wenige ausgewählte Kernprozesse des Unternehmens einzubinden.

„Der Sprung von KI-Pilotprojekten zu echtem Geschäftsmehrwert ist entscheidend. Vorreiter sind nicht jene, die KI als IT-Projekt behandeln, sondern die ihre ganze Unternehmensstrategie darauf ausrichten und dadurch messbare Wertschöpfung schaffen“, sagt Robert Kaup, Head of Tieto Tech Consulting Central Europe.

Nur ein Viertel nutzt KI zur Innovations- und Geschäftsmodellentwicklung

In welchen Bereichen hat der Einsatz von KI für die Befragten bereits positive Ergebnisse oder Wettbewerbsvorteile generiert? Zu dieser Frage haben die deutschen KI-Verantwortlichen ihre Top 3-Anwendungen genannt: Dazu gehören die „Steigerung der Effizienz“ (56 %), wie z. B. durch die automatische Auslesung von Rechnungen oder Bestellungen, die „IT-Sicherheit und Risikomanagement“ (53 %) sowie die „datengetriebene Entscheidungsfindung“ (44 %), wie z. B. für Marktanalysen oder Predictive Analytics. Das spiegelt sich auch bei den potenziellen negativen Folgen wider, wenn Unternehmen beim Einsatz von KI nicht mithalten: Jede zweite befragte Führungskraft befürchtet „verpasste Chancen für Effizienzsteigerung, Innovation und Reduktion von Betriebskosten“. Knapp die Hälfte ist besorgt in Bezug auf den „Rückstand bei Produkt- und Servicequalität im Vergleich zur Konkurrenz“ (45 %), jeder Dritte sieht den „Verlust von Marktanteilen“ (32 %) als Gefahr. „Überraschend ist, dass nur 25 Prozent KI aktiv zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle nutzen. Statt echte Innovation voranzutreiben, optimieren die meisten nur das Bestehende. Wer jetzt die richtigen KI-Kompetenzen aufbaut, gewinnt morgen“, sagt Kaup.

Qualität und Schutz von Daten als zentrale Herausforderung

Das Potenzial von KI wird der Studie zufolge zwar erkannt, doch entfalten KI-basierte Prozesse noch nicht überall ihre volle Wirkung. Welche technischen, rechtlichen und organisatorischen Herausforderungen bremsen die KI-Integration aktuell noch aus? Die größten Mängel sehen KI-Verantwortliche vor allem im Datenbereich: Für rund die Hälfte (45 %) der Befragten zählt „Datensicherheit/Cybersicherheit“ zu den größten Risiken. Vier von zehn Befragten (39 %) nennen „Rechtliche Aspekte (z. B. Datenschutz)“ als Hürde, knapp jeder Dritte (29 %) sieht Probleme bei „Datenverfügbarkeit, -qualität und -aufbereitung“. Das spiegelt sich auch beim Output wider: Jeder Dritte (32 %) bekundet mangelndes Vertrauen in die Korrektheit KI-generierter Ergebnisse.

„Erfolgreiche KI-Integration steht und fällt mit der Datenbasis: Das beginnt bei klarer Data Governance und reicht über integrierte Datenplattformen bis zu einer durchdachten Cloud-Architektur. Security und Compliance gehören dabei von Anfang an in die Konzeption. Vor allem fortschrittliche, agentische KI-Systeme benötigen ein skalierbares Cloud-Ökosystem, um ihren vollen Mehrwert zu entfalten“, erklärt Kaup. Hier spielt auch das Thema „Digitale Souveränität“ eine wesentliche Rolle: 88 Prozent der befragten Führungskräfte geben an, dass Aspekte wie geopolitische Unabhängigkeit, souveräne Cloud und europäische Anbieter ihre Auswahl von Technologielösungen „sehr stark“ oder „eher stark“ beeinflussen.

Mangel an menschenzentrierter KI-Adoption

Trotz aller Technologie ist die erfolgreiche KI-Integration vor allem von der strategischen Verankerung in der Organisation, Know-how-Aufbau und Skilling der Mitarbeitenden abhängig. Denn zu den größten organisatorischen Herausforderungen gehören der Studie zufolge „fehlende fachliche Expertise im Unternehmen“ (28 %) sowie „fehlendes Change & Adoption Management bei der KI-Einführung“ (28 %). „Der entscheidende Hebel ist Change Management: KI-Trainings müssen zu den Ambitionen des Unternehmens passen. Mitarbeitende brauchen verlässliche Leitlinien und klaren Zugang zu KI-Tools. Nur so skaliert man von Pilotprojekten zur unternehmensweiten KI-Nutzung“, resümiert Kaup. Als Partnerunternehmen von Microsoft und SAP begleitet der Tech-Consulting-Dienstleister deutsche Unternehmen verstärkt bei der Weiterentwicklung zur „Frontier Firm“ mit breitem KI-Einsatz – von der strategischen Ausrichtung über den Aufbau moderner Cloud- und Datenarchitekturen bis hin zur Operationalisierung komplexer Software-Ökosysteme.

Über die KI-Studie:

Die Ergebnisse stammen aus einer deutschlandweiten Umfrage, die vom Marktforscher TQS Research & Consulting im Auftrag des Tech-Consulting-Dienstleisters Tieto durchgeführt wurde. Die Erhebung erfolgte im Zeitraum April bis Mai 2026 mittels CATI (Computer Assisted Telephone Interviews) und CAWI (Computer Assisted Web Interviews). Befragt wurden 202 KI-Verantwortliche und Führungskräfte aus Unternehmen mit 250 bis 499 Mitarbeitenden sowie aus Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden in Deutschland, vor allem aus den Branchen produzierende Industrie, Finanzwirtschaft, Telekom und Energie.

Über Tieto

Tieto ist ein führendes Software- und Technologieberatungsunternehmen mit nordeuropäischen Wurzeln und rund 13.000 Mitarbeitenden weltweit. Mit spezialisierten Software- und Consultingexpert:innen entwickelt das Unternehmen geschäftskritische Lösungen für Kund:innen aus unterschiedlichsten Branchen. In Zentraleuropa ist Tieto mit Standorten in Österreich (Wien, Linz und Graz) sowie Deutschland (Regensburg) vertreten. Das Unternehmen steht für sinnvolle Innovationen und maßgeschneiderte Technologielösungen in den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI), Data & Cloud, Softwareengineering und Enterprise Applications. Tieto unterstützt Unternehmen dabei, neue Technologien in ihre Kernprozesse zu integrieren und sich so zu Vorreitern der digitalen Transformation zu entwickeln. Als Implementierungspartner unter anderem von SAP und Microsoft begleitet der Technologiedienstleister Unternehmen aus Industrie, Finanzwesen, öffentlichem Sektor und weiteren Branchen bei der Digitalisierung und Automatisierung ihrer Geschäftsprozesse. Zu den Kund:innen von Tieto zählen unter anderem Bosch, ÖBB, ASFiNAG, Semperit, Corteva, ABB, Allianz Bank, Volvo Trucks, Bose, Polestar und AstraZeneca. Weitere Informationen unter www.tieto.com/de.

Pressekontakt:

Tieto Tech Consulting
Bianca Sullivan, Marketing & Communications Manager
Telefon: +43 664 5263586
E-Mail: bianca.sullivan@tieto.com
Website: https://www.tieto.com/de/

Original-Content von: Tieto, übermittelt durch news aktuell

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