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Warenkreditversicherung – für Unternehmen wichtig, auch wenn Sie ggfs. selbst keine Absicherung benötigen





In Zeiten einer sehr guten Wirtschaftsentwicklung sehen Unternehmer häufig davon ab, ihre eigenen Forderungen an Kunden gegen einen Zahlungsausfall abzusichern. Sie schließen keine Warenkredit-versicherung („WKV“) ab. Oftmals sind die zu buchenden Wertberichtigungen auf Forderungen geringer als die Kosten der WKV wären – in Summe also zunächst ein lohnendes Geschäft. Aber auch hier gilt der Hinweis, dass „die Beste Versicherung stets die ist, die man nicht braucht“ und mit den Versicherungsprämien der Worst-Case abgesichert wird.

Ohne WKV für die eigenen Forderungen greift oftmals die Maxime „aus den Augen – aus dem Sinn“ um sich. Neben der -an dieser Stelle nicht zu beantwortenden- Frage, ob ein Unternehmen die Forderungen gegen seine Kunden absichert gibt es eine zweite sehr wichtige Frage: wer und in welchem Umfang sichert Risiken eines Zahlungsausfalles des eigenen Unternehmens ab? Konkret heißt dies: in welchem Umfang werden die Verbindlichkeiten des eigenen Unternehmens von den Gläubigern (häufig Lieferanten) abgesichert, in welchem Umfang werden Avalrahmen von Versicherungen genutzt?

Gerade auch in Zeiten guter eigener wirtschaftlicher Entwicklung werden neben erhöhten Skontoziehungen bei den Lieferanten oftmals längere Zahlungsziele verhandelt. Diese stimmen diesen häufig zu, sichern sich -je nach eigener Geschäftspolitik- mittels WKV ab. Die Warenkreditversicherer vergeben die Limite auf Basis von Kreditentscheidungen. Deren Grundlage speist sich aus verschiedenen Quellen. Diese sind z.B. Auskunfteien, öffentlich zugängliche Daten und direkt vom „versicherten Unternehmen“ überlassene Unternehmenszahlen sowie erläuternde Informationen.
Hohe Versicherungslimite in der WKV der Lieferanten sind in unterschiedlichen Szenarien wichtig.
Nachfolgend exemplarisch drei vereinfacht dargestellte Szenarien:
1. steigende Geschäftstätigkeiten: Ihr Unternehmen wächst, das steigende Einkaufsvolumen soll u.a. über die Lieferanten in Form von höheren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und/ oder längeren Zahlungszielen vorfinanziert werden.
2. rückläufige Geschäftstätigkeiten: Ihr Unternehmen befindet sich in einer Krise, sinkende Erträge führen zu sinkender Liquidität, Sie bitten Ihre Lieferanten um längere Zahlungsziele.
3. Turnaround ist geschafft: Ihr Unternehmen hat die Krise durchlaufen und startet nun von einem geringerem Umsatzniveau wieder durch. Die akquirierten neuen Aufträge müssen vorfinanziert werden (u.a. Materialeinkauf, Personal, Zahlungsziel der Kunden). Die Kreditlinien der Banken sind auf Grund der Krise noch stark beansprucht und/ oder wurden auf Grund der schwachen Ertragszahlen reduziert.

Eine Beschäftigung mit der Frage, in welchem Umfang Forderungen gegen das eigene Unternehmen abgesichert werden, sowie eine proaktive Kommunikation mit Auskunfteien und Warenkreditversicherern schützt Unternehmer nicht vor unerwarteten Überraschungen oder generellen Marktein-schätzungen der Risikomanager es reduziert aber das Risiko der Unternehmer vor ggfs. vermeidbaren Einschnitten in den möglichen Refinanzierungsquellen.

Kurz-URL: https://www.88finanz.de/?p=1742169





Erstellt von an Aug 2 2019. geschrieben in Finanzierung. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel

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