Regulatorische Änderungen betreffen zentrale Steuerungsprozesse
Die MaRisk-Novelle 2026 berührt unterschiedliche Bereiche der bankinternen Risikosteuerung. Dazu zählen die Risikoinventur, die Risikotragfähigkeit, das interne Kontrollsystem und die organisatorischen Verantwortlichkeiten von Geschäftsleitung und Aufsichtsorgan.
Besondere Bedeutung kommt der Einordnung von Informations- und Kommunikationstechnologierisiken (IKT-Risiken) sowie den Schnittstellen zwischen MaRisk, DORA und den einschlägigen Leitlinien der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) zu.
Auch Umwelt- und ESG-Risiken müssen im Zusammenhang mit bestehenden Risikoarten, strategischen Entscheidungen und längerfristigen Risikobetrachtungen berücksichtigt werden. Für Kreditinstitute stellt sich dabei die Frage, welche Anpassungen an Risikostrategien, Stresstests und Dokumentationsprozessen erforderlich sind.
Governance, Auslagerungsmanagement und DORA im Fokus
Eine zentrale Herausforderung liegt in der Umsetzung regulatorischer Vorgaben innerhalb bestehender Organisations- und Kontrollstrukturen. Neue Verantwortlichkeitserklärungen, Berichtslinien und Anforderungen an die Gremienbefassung können Anpassungen interner Prozesse erforderlich machen.
Im Auslagerungsmanagement ist insbesondere die Abgrenzung zwischen MaRisk AT 9 und den Anforderungen der DORA-Verordnung relevant. Institute müssen prüfen, welche Regelungen auf konkrete Sachverhalte anzuwenden sind und wie sich Überschneidungen in der Praxis sachgerecht behandeln lassen.
Weitere Fragestellungen ergeben sich im Kreditgeschäft, bei der Problemkreditbearbeitung, im Sicherheitenmanagement sowie beim Einsatz automatisierter Entscheidungsmodelle und künstlicher Intelligenz. Auch die Steuerung von Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch (IRRBB), Credit-Spread-Risiken (CSRBB) und Liquiditätsrisiken ist Gegenstand der regulatorischen Einordnung.
Für die Umsetzung sind nachvollziehbare Verantwortlichkeiten, konsistente Prozesse und eine prüfungsfähige Dokumentation von besonderer Bedeutung.
Fachliche Schwerpunkte des Intensivseminars
Die Akademie Heidelberg behandelt die MaRisk-Novelle 2026 in einem zweitägigen Online-Intensivlehrgang am 10. und 11. Dezember 2026. Im Mittelpunkt stehen die systematische Einordnung der Änderungen und deren Auswirkungen auf die Institutspraxis.
Das Seminar umfasst unter anderem folgende Themen:
– Regulatorische Einordnung der MaRisk-Änderungen und Abgrenzung zu DORA und EBA-Leitlinien
– Risikoinventur, Risikotragfähigkeit sowie ESG- und IKT-Risiken
– Governance, Verantwortlichkeiten und Anforderungen an Kontrollfunktionen
– Auslagerungsmanagement und Abgrenzung zwischen MaRisk AT 9 und DORA
– Kreditprozesse, Problemkreditbearbeitung, Modelle und KI-Governance
– Liquiditätssteuerung, IRRBB, CSRBB und regulatorisches Berichtswesen
– Entwicklung eines priorisierten 90-Tage-Umsetzungsplans anhand praktischer Fallbeispiele
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Unterscheidung zwischen materiellen Neuerungen, regulatorischen Klarstellungen und rein redaktionellen Anpassungen. Anhand von Fallstudien und Checklisten werden mögliche Auswirkungen auf Organisationsstrukturen, interne Regelwerke und Kontrollprozesse untersucht.
Zielgruppen und fachliche Einordnung durch den Referenten
Das Seminar richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus Kreditinstituten, die mit der Umsetzung, Überwachung oder Prüfung bankaufsichtlicher Anforderungen befasst sind.
Angesprochen sind insbesondere Verantwortliche aus Compliance, Recht, Corporate Governance, Risikocontrolling, Interner Revision und Meldewesen. Ebenso relevant sind die Inhalte für Mitarbeitende aus dem Auslagerungsmanagement, der IKT-Risikosteuerung, dem Kreditgeschäft, der Marktfolge und dem Treasury sowie für DORA-Verantwortliche.
Referent ist Dr. Martin Schulte, LL.M. (London), Rechtsanwalt und Head of Compliance bei der Black Manta Capital Partners GmbH in München. Er verfügt über rund 20 Jahre Erfahrung in der Finanzbranche und hat MaRisk-Projekte sowohl in der Beratung als auch innerhalb von Unternehmen und auf Verbandsseite begleitet. Zu seinen Aufgaben gehören neben Compliance auch das Auslagerungscontrolling und der Datenschutz.
Termin und weitere Informationen
Der Online-Intensivlehrgang „MaRisk-Novelle 2026 – Änderungen rechtssicher einordnen und wirksam umsetzen“ findet am 10. und 11. Dezember 2026 statt.
Die Veranstaltung beginnt am Donnerstag um 9:00 Uhr und endet um 17:00 Uhr. Am Freitag ist der Zeitraum von 9:00 bis 14:00 Uhr vorgesehen.
