Berufsbildungsbericht 2026: Ausbildung als Motor für Fachkräfte sichern

Das Bundeskabinett hat heute den Berufsbildungsbericht 2026 beschlossen. Auch auf dem Ausbildungsmarkt beeinflusst die wirtschaftliche Entwicklung die Bilanz. Weniger Ausbildungsverträge und ein rückläufiges Angebot an Stellen treffen auf weiterhin hohe Nachfrage und wachsende Passungsprobleme. Die SPD-Fraktion will die Voraussetzungen für eine gute Ausbildung stärken.

Martin Rabanus, zuständiger Berichterstatter:

„Wir wollen die duale Ausbildung weiter stärken und die Berufsorientierung voranbringen. Im Jahr 2025 wurden rund 476.000 Ausbildungsverträge abgeschlossen, ein Rückgang um rund 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch das Angebot an Ausbildungsstellen ist um fast 5 Prozent gesunken. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage hoch, insbesondere wenn junge Menschen einbezogen werden, die weiterhin eine Ausbildung suchen, obwohl sie bereits Alternativen gefunden haben. Besorgniserregend ist auch der deutliche Anstieg der offenen Bewerberinnen und Bewerber. Rund 39.900 junge Menschen hatten zum Stichtag keinen Ausbildungsplatz, ein Plus von 28 Prozent. Gleichzeitig konnten viele Ausbildungsstellen nicht besetzt werden, auch wenn deren Zahl zuletzt zurückgegangen ist. Das zeigt klar: Es mangelt nicht grundsätzlich an Angeboten oder Nachfrage, sondern an der Passung. Deshalb müssen wir die Berufsorientierung frühzeitig stärken und junge Menschen gezielter begleiten.

Positiv ist die Entwicklung in den Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialberufen. Hier ist die Zahl der Auszubildenden gestiegen. Das ist ein wichtiges Signal für die Fachkräftesicherung in zentralen Bereichen unseres Gemeinwesens. Gleichzeitig bleibt es eine Aufgabe, mehr Frauen für die duale Ausbildung insgesamt und insbesondere für MINT-Berufe zu gewinnen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die große Zahl junger Erwachsener ohne Berufsabschluss. Trotz eines leichten Rückgangs liegt sie weiterhin bei rund 2,76 Millionen. Angesichts des Fachkräftemangels können wir uns das nicht leisten. Jeder fehlende Abschluss ist ein Risiko für die individuelle Zukunft und für unsere wirtschaftliche Entwicklung. Unser Ziel ist klar: Wir wollen mehr junge Menschen in Ausbildung bringen, Ausbildungsabbrüche vermeiden und allen die Chance auf einen anerkannten Berufsabschluss eröffnen.“

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