MaRisk, DORA und EBA-Leitlinien im regulatorischen Zusammenspiel
Eine zentrale Herausforderung der MaRisk-Novelle 2026 liegt in der Abgrenzung verschiedener regulatorischer Vorgaben. Dazu gehört insbesondere das Verhältnis von MaRisk, DORA und den ausdrücklich in Bezug genommenen EBA-Leitlinien. Gleichzeitig sind der Grundsatz der Proportionalität und vorgesehene Erleichterungen für kleine und sehr kleine Institute zu berücksichtigen.
Für Institute ist dabei entscheidend, welche Vorgaben tatsächlich neue Prozesse oder Verantwortlichkeiten auslösen und an welchen Stellen bestehende Anforderungen lediglich konkretisiert oder neu strukturiert werden. Diese Unterscheidung beeinflusst den Umfang notwendiger Anpassungen in Organisation, Governance, Methodik und Dokumentation.
Governance, Risikomanagement und Kontrollfunktionen
Die MaRisk 06/2026 betreffen zahlreiche Bereiche der Institutssteuerung. Im Risikomanagement stehen unter anderem Änderungen bei Risikoinventur und Grundrisikoarten sowie die Einordnung von IKT-Risiken als operationelle Risiken im Fokus. ESG- und Umweltrisiken sind als Risikotreiber zu berücksichtigen. Hinzu kommen Anforderungen im Zusammenhang mit außerbilanziellen Strukturen und der 5-Prozent-Schwelle für weitere Risikoarten.
Auf Governance-Ebene sind Anforderungen an Aufsichtsorgan und Geschäftsleitung, Verantwortlichkeitserklärungen, Berichtslinien, Ausschüsse und Gremienbefassung relevant. Auch Compliance-Funktion, Interne Revision und Auslagerungsmanagement sind betroffen. Eine besondere praktische Schnittstelle entsteht bei der Abgrenzung zwischen MaRisk AT 9 und DORA.
Kreditgeschäft, KI, Liquidität und Reporting
Der Intensivlehrgang behandelt die MaRisk-Novelle 2026 anhand der für Institute relevanten Fachgebiete. Zu den Themen gehören:
– Änderungen bei Kreditvergabe und Kreditprozessen, Frühwarnsystemen und Problemkreditbearbeitung
– NPE-Anforderungen und Sicherheitenmanagement
– Anforderungen an Modelle und automatisierte Entscheidungen
– Governance von KI-Anwendungen aus Sicht der MaRisk
– IRRBB- und CSRBB-Anforderungen
– Vorgaben zu Liquiditätssteuerung und Liquiditätspuffern
– operationelle Risiken und deren Aggregation
– Berichtswesen und Dokumentationspflichten
– Schnittstellen zwischen MaRisk, DORA und EBA-Leitlinien
Praxisfälle befassen sich darüber hinaus mit Governance und Verantwortlichkeiten sowie typischen Abgrenzungs- und Umsetzungsfragen. Vorgesehen sind eine Governance- und Strategie-Gap-Analyse und die Entwicklung eines institutsindividuellen Maßnahmenplans. Ein priorisierter 90-Tage-Umsetzungsplan soll die Übertragung der regulatorischen Anforderungen auf konkrete Maßnahmen, Zuständigkeiten und Nachweise unterstützen.
Für welche Zielgruppen die MaRisk-Novelle 2026 relevant ist
Die regulatorischen Änderungen sind insbesondere für Fach- und Führungskräfte relevant, die mit Umsetzung, Steuerung oder Prüfung der MaRisk befasst sind. Dazu zählen Beschäftigte aus Compliance, Recht, Corporate Governance und MaRisk-Koordination ebenso wie Verantwortliche aus Risikocontrolling, ICAAP, Stresstest, Meldewesen und Reporting.
Weitere Zielgruppen sind Interne Revision und Gremienbetreuung, Auslagerungsmanagement, IKT-Risikosteuerung und DORA-Verantwortliche. Auch Fachkräfte aus Kreditorganisation, Marktfolge, Problemkreditbearbeitung, Sicherheitenmanagement und Treasury sind von den behandelten Anforderungen betroffen.
Juristische Einordnung und Umsetzungspraxis
Referent des Intensivlehrgangs ist Dr. Martin Schulte, LL.M. (London), Rechtsanwalt und Partner bei Waldeck Rechtsanwälte PartmbB in Frankfurt am Main. Er arbeitet seit rund 20 Jahren in der Finanzbranche und hat MaRisk-Projekte aus Beratungs-, Inhouse- und Verbandsperspektive begleitet. Zu MaRisk und weiteren risikorelevanten Themen hat er regelmäßig referiert und publiziert.
Der Online-Lehrgang „MaRisk-Novelle 2026 – Änderungen rechtssicher einordnen und wirksam umsetzen“ findet am 28. und 29. September 2026, jeweils von 9:00 bis 17:00 Uhr, statt.
