Internationale Sanktionsregelwerke prägen die Unternehmenspraxis
Die regulatorischen Vorgaben basieren auf unterschiedlichen Rechtsquellen. Neben Sanktionsbeschlüssen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen spielen insbesondere EU-Sanktionsverordnungen sowie US-amerikanische Sanktionsregelungen eine bedeutende Rolle. Hinzu kommen nationale Sanktionsprogramme weiterer Staaten, die internationale Geschäftsbeziehungen beeinflussen können.
Für Unternehmen entsteht daraus die Herausforderung, unterschiedliche Rechtsrahmen zu berücksichtigen und deren Auswirkungen auf Kundenbeziehungen, Transaktionen, Lieferketten und Geschäftspartner sachgerecht zu bewerten. Besonders die Anwendung von Einfriergeboten, Bereitstellungsverboten sowie die Unterscheidung zwischen Primär- und Sekundärsanktionen erfordern fundierte Kenntnisse der regulatorischen Grundlagen.
Compliance-Anforderungen und Haftungsrisiken nehmen zu
Die Einhaltung von Sanktionen und Embargos ist heute ein wesentlicher Bestandteil eines wirksamen Compliance-Managements. Aufsichtsbehörden erwarten von Instituten belastbare Governance-Strukturen, angemessene Risikoanalysen sowie wirksame Kontroll- und Überwachungsprozesse.
Zu den zentralen Anforderungen gehören die Prüfung von Geschäftspartnern, Ländern und Gütern ebenso wie die Implementierung interner Kontrollsysteme, die Einbindung geeigneter IT-Lösungen und die regelmäßige Schulung von Mitarbeitenden. Unternehmen müssen dabei nicht nur regulatorische Risiken berücksichtigen, sondern auch potenzielle Haftungsfolgen, Marktrisiken und Reputationsschäden vermeiden.
Inhalte des Seminars
Das Grundlagen-Seminar „Sanktionen und Embargos verstehen“ vermittelt einen praxisorientierten Überblick über die rechtlichen Grundlagen sowie die organisatorischen Anforderungen an die Umsetzung von Sanktions- und Embargovorgaben.
Im Seminar werden unter anderem folgende Themen behandelt:
– Sanktionsbeschlüsse der Vereinten Nationen
– EU-Sanktionsmaßnahmen und autonome EU-Sanktionen
– US-Sanktionsrecht sowie Primär- und Sekundärsanktionen
– Weitere nationale Sanktionsprogramme
– Arten von Sanktionen und Embargos
– Einfriergebote und Bereitstellungsverbote
– Konsequenzen bei Verstößen gegen Sanktionsvorgaben
– Governance-Strukturen im Sanktionsmanagement
– Risikoanalysen und interne Kontrollmaßnahmen
– Beteiligten-, Länder- und Güterprüfungen
– Interne Revision und Überwachungssysteme
– IT-Systeme, Auslagerungen und Schulungskonzepte
Für welche Zielgruppen das Thema relevant ist
Die Schulung richtet sich insbesondere an Einsteigerinnen und Einsteiger aus Finanzinstituten und Versicherungen, die sich mit den Grundlagen von Sanktionen und Embargos vertraut machen möchten. Angesprochen werden Fachkräfte aus Compliance, Risikomanagement, Geldwäscheprävention und verwandten Bereichen, die regulatorische Anforderungen in ihrer täglichen Praxis umsetzen müssen.
Referent
Dr. Matthias Kapteina ist Jurist sowie Compliance- und Sanktionsexperte. Als ehemaliger Geldwäsche- und Compliance-Beauftragter verfügt er über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Umsetzung regulatorischer Anforderungen. Zu seinen Tätigkeitsschwerpunkten zählen der Aufbau von Präventionssystemen, die Entwicklung interner Regelwerke sowie die Implementierung von Kontroll- und Schulungsmaßnahmen im Bereich Sanktionen und Embargos.
Das Seminar „Sanktionen und Embargos verstehen“ findet am 21. September 2026 als Online-Veranstaltung statt.
