Neue Entwicklungen bei der Terrorismusfinanzierung
Terrorismusfinanzierung unterscheidet sich in wesentlichen Punkten von klassischer Geldwäsche. Während bei Geldwäsche illegale Vermögenswerte in den legalen Wirtschaftskreislauf eingeschleust werden, können bei der Terrorismusfinanzierung sowohl legale als auch illegale Finanzmittel eingesetzt werden. Hinzu kommt, dass Finanzierungsstrukturen zunehmend komplexer werden und sich fortlaufend verändern.
Internationale Berichte weisen darauf hin, dass neben klassischen Methoden wie Spenden oder Crowdfunding verstärkt neue Finanzierungsformen genutzt werden. Dazu zählen unter anderem virtuelle Vermögenswerte, Finanztransfergeschäfte, Non-Profit-Organisationen sowie grenzüberschreitende Zahlungsströme. Auch geopolitische Entwicklungen und aktuelle Konfliktlagen führen zu einer verstärkten Sensibilisierung von Aufsichtsbehörden und Verpflichteten.
Steigende Anforderungen an Risikoanalyse und Überwachung
Für Unternehmen ergeben sich daraus erhebliche Herausforderungen im Bereich Compliance, Geldwäscheprävention und Anti-Financial-Crime-Management. Eine wirksame Prävention von Terrorismusfinanzierung erfordert die Identifikation relevanter Risikoindikatoren, die Bewertung geografischer Risiken sowie die kontinuierliche Überwachung von Kundenbeziehungen und Transaktionen.
Besondere Bedeutung kommt dabei den Erwartungen der Aufsicht hinsichtlich Risikoanalysen, Transaktionsmonitoring und interner Sicherungsmaßnahmen zu. Fachverantwortliche müssen in der Lage sein, Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen, Risikoszenarien sachgerecht zu bewerten und geeignete Maßnahmen abzuleiten. Dabei spielen nationale und sektorale Risikoanalysen ebenso eine Rolle wie aktuelle Veröffentlichungen von FATF, EBA, FIU und weiteren internationalen Institutionen.
Inhalte des Seminars
Das Webinar „Prävention von Terrorismusfinanzierung – Counter Terrorism Finance: Aufsichtliche Vorgaben und Praxislösungen“ vermittelt einen Überblick über aktuelle regulatorische Anforderungen sowie praxisrelevante Ansätze zur Risikosteuerung.
Im Seminar werden unter anderem folgende Themen behandelt:
– Grundlagen und Definitionen der Terrorismusfinanzierung
– Unterschiede zwischen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung
– Das Drei-Phasen-Modell der Terrorismusfinanzierung
– Nationale und sektorale Risikoanalysen
– Guidance-Dokumente von EBA, FATF, FIU und EGMONT Group
– Typologien und aktuelle Finanzierungsmodelle
– Missbrauch von Non-Profit-Organisationen und Finanztransfergeschäften
– Risiken virtueller Vermögenswerte und Kryptowährungen
– Risikoindikatoren für Kunden, Transaktionen und geografische Regionen
– Indizienmodelle und Szenarien für das Transaktionsmonitoring
– Aufsichtliche Erwartungen und praktische Umsetzungsfragen
– Erkenntnisse aus aktuellen FATF-Analysen zu Terrorismusfinanzierungsrisiken
Relevanz für Compliance- und Finanzfachkräfte
Die Anforderungen an die Prävention von Terrorismusfinanzierung betreffen unterschiedliche Fachbereiche innerhalb von Unternehmen und Institutionen. Besonders relevant ist das Thema für Geldwäschebeauftragte, Mitarbeitende in Anti-Financial-Crime-Einheiten, Compliance- und Rechtsabteilungen sowie für interne Revisionen. Auch Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfer sowie Berater mit Schwerpunkt AML und Compliance sind zunehmend mit entsprechenden Fragestellungen konfrontiert.
Referent
Oliver Hecker ist Director bei der BearingPoint GmbH und Mitglied des Competence Teams Compliance im Bereich Finance & Risk. Sein fachlicher Schwerpunkt liegt in der Geldwäscheprävention und Sanktions-Compliance für Unternehmen der Finanzindustrie. Darüber hinaus verfügt er über langjährige Erfahrung in Beratungs-, Umsetzungs- und Prüfungsprojekten im Bereich Anti-Financial Crime und ist seit vielen Jahren als Dozent tätig.
Das Webinar „Prävention von Terrorismusfinanzierung – Counter Terrorism Finance: Aufsichtliche Vorgaben und Praxislösungen“ findet am 28. Oktober 2026 als Online-Veranstaltung statt.
